HTYK03990U  Tysk - Valgfag 2 inkl. undtlig sprogfærdighed (KATV)

Årgang 2017/2018
Engelsk titel

German - Electives 2 incl. Oral Language Proficiency (KATV)

Kursusindhold

Emne 1: Hamburg im Feuersturm – Strategien und Probleme der Erinnerung (Birthe Hoffmann)

Unter den hunderten von Luftangriffen auf deutsche Städte und ihre Zivilbevölkerung während des Zweiten Weltkriegs hat die Angriffswelle auf Hamburg im Juli 1943 - die wie in einem Dutzend anderer Städte in Deutschland einen sogenannten Feuersturm auslöste -  einen symbolischen Status bekommen. Zwar teilt sie diesen Status mit Dresden, aber die traumatische Erfahrung der Zerstörung und des Massentodes von Zivilisten und die sich daraus bildende Erinnerungskultur weisen jeweils individuelle Züge auf.

In diesem Seminar werden wir uns in erster Reihe mit den bekanntesten Versuchen, den Feuersturm in Hamburg literarisch zu verarbeiten, beschäftigen - von der bereits 1943 verfassten  autobiographischen Schilderung Hans Erich Nossacks, Der Untergang, über Kurzgeschichten der unmittelbaren Nachkriegszeit zu Hubert Fichtes Roman Detlevs Imitationen ‚Grünspan‘ von (1971) und Wolf Biermanns späten Erinnerungen und Gedichten aus den 90‘er Jahren. Dabei soll die Lektüre von folgenden Fragen geleitet werden: Mit welchen Strategien versucht man, diese bisher unvergleichbaren Erfahrungen darzustellen, und mit welchem ästhetischen, ethischen und politischen Problemen ist dieser Versuch verbunden? Inwieweit werden diese Erfahrungen historisch und politisch kontextualisiert?

Als notwenige Voraussetzung für die Beschäftigung mit diesem Thema werden wir uns auch mit dem historischen Hintergrund der Flächenbombardements auf deutsche Städte und den danach entstandenen Diskussionen in den Ländern der Alliierten und in Deutschland bekannt machen, sowie mit der Debatte um den Luftkrieg ab Ende der neunziger Jahre, die von W.G. Sebalds Vorlesungsreihe Luftkrieg und Literatur (1999) und die umstrittene Darstellung des Luftkrieges durch dem Militärhistoriker Jörg Friedrich in Der Brand (2002) initiiert wurde.

Als Teil dieses Seminars ist eine dreitägige Exkursion nach Hamburg vorgesehen, bei der wir Gelegenheit haben werden, die Erinnerungskultur um die Zerstörung Hamburgs vor Ort zu studieren – in Form von Ausstellungen, Denkmälern und Stadtführungen zu den historischen Wandlungen des Stadtraums. Geplant ist auch ein Besuch bei der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg.

 

Literatur:

W. G. Sebald: Luftkrieg und Literatur, Fischer Taschenbuch 2001.

Hans Erich Nossack: Der Untergang, Bibliothek Suhrkamp 1976.

Hubert Fichte: Detlevs Imitationen ‚Grünspan‘, Fischer Taschenbuch 2005.

Die übrigen Texte werden im Absalon zur Verfügung gestellt.

 

 

Emne 2: Die Stadt als Erlebnis. Das Beispiel Hamburg (Detlef Siegfried)

Seit einigen Jahren ist „Gentrifizierung“ zu einem viel benutzten Schlagwort in der Debatte um städtisches Leben in der „Erlebnisgesellschaft“ geworden. Damit ist die Tatsache gemeint, dass sich traditionelle Arbeiterviertel oder von Studierenden und/oder Einwanderern bewohnte Stadtteile zu bevorzugten Wohn- und Arbeitsorten bessergestellter Schichten gewandelt haben. Aber Gentrifizierung ist kein neues Phänomen, sondern hat eine längere Geschichte. In diesem Kurs wollen wir die Geschichte der Gentrifizierung nach 1945 an einem konkreten Beispiel, der Stadt Hamburg, untersuchen. Wir werden eine Exkursion nach Hamburg unternehmen, um an Stadtteilen wie St. Pauli, St. Georg oder Wilhelmsburg zu erforschen, auf welche Weise z.B. das Schanzenviertel zum Konsum- und Partyquartier oder die Reeperbahn von einem klassischen Rotlichtviertel zur Amüsiermeile für Jugendliche und Touristen wurden. Dabei arbeiten wir mit den Methoden der Feldforschung, Zeitzeugeninterview, Archiv- und Bibliotheksrecherche direkt vor Ort.

 

Einführende Literatur:

Christoph Twickel, Gentrifidingsbums oder eine Stadt für alle, Hamburg 2010.

 

 

Emne 3: Sprache im urbanen Raum am Beispiel Hamburgs (Lars Behnke)

„Wommasehn!“ – Wer das versteht, kann (auch) schon ein bisschen Hamburgisch, oder besser: Missingsch, eine Art Mischsprache aus Niederdeutsch und dem hochdeutschen Standard. Die Sprache ist das Ergebnis einer Migrationsbewegung vom Land in die Stadt und damit nur ein Beispiel dafür, wie in urbanen Zentren neue sprachliche Situationen und Varietäten entstehen können. Aber in Hamburg wird nicht nur Hamburgisch gesprochen: Hinzu kommt natürlich das Standarddeutsche, aber auch viele nicht-deutsche Sprachen, die in der Stadt mehr oder weniger hörbar und sichtbar sind und die mit den historischen und aktuellen Migrationsbewegungen ihrer Sprecher*innen in Hamburg angekommen sind. Alle zusammen prägen die sprachliche Vielfalt der Stadt und verursachen zwischensprachliche Wechselwirkungen, wie man sie nur in urbanen Zentren findet.

In unserem Seminar wollen wir am Beispiel Hamburgs die sprachliche Situation in urbanen Räumen unter die Lupe nehmen und dabei besonders über die Themen Mehrsprachigkeit, Sprachkontakt, Sprachmischung und Dialektologie sprechen. Fragen, denen wir nachgehen wollen, sind: Welche Sprachen gibt es eigentlich in Hamburg und wie verändern sie sich dort durch den Kontakt untereinander? Wie reagiert das öffentliche Leben (Schulen, Medien, Behörden) auf die sprachliche Vielfalt? Gibt es das „Hamburgische“ oder ziehen sich durch Hamburg mehrere sprachliche Grenzen? Wie verteilen mehrsprachige Sprecher*innen die Sprachen, die ihnen zur Verfügung stehen, in ihrem täglichen Sprachgebrauch? Entstehen durch die Migration neue Dialekte des Deutschen? Oder gibt es etwas, das allen Sprachen in urbanen Zentren irgendwie gemein ist? Vermischen sich lokale Dialekte mit der Standardsprache und wenn ja, wie und durch wen? Wird das „Hamburgische“ gern gehört oder eher abgelehnt und gibt es eine „hamburgische“ Identität, die auch ein bestimmtes sprachliches Verhalten fordert, eine Art Norm? Und welche Merkmale wären dafür besonders wichtig?

Dieses Seminar kann im Zusammenhang mit einer dreitägigen Exkursion belegt werden. Es ergeben sich vielfältige Möglichkeiten für kleine empirische Projekte, die vor Ort durchgeführt werden können.

 

Literatur (nicht zur Anschaffung! eine endgültige Literaturliste sowie Kaufempfehlungen werden zu Beginn des Seminars gegeben):

Bieberstedt, Andreas, Ruge, Jürgen & Schröder, Ingrid (Hrsg.) 2016: Hamburgisch. Struktur, Gebrauch, Wahrnehmung der Regionalsprache im urbanen Raum. Frankfurt/M. etc.: Lang

Busse, Beatrix & Warnke, Ingo (Hrsg.) 2017: Handbuch Sprache im urbanen Raum. Interdisziplinäre Perspektiven der Stadtforschung. Berlin etc.: de Gruyter

Redder, Angelika et al. (Hrsg.) 2013: Mehrsprachige Kommunikation in der Stadt. Das Beispiel Hamburg. Münster u.a.: Waxmann

Holdundervisning.
Point
15 ECTS
Prøveform
Andet
Kriterier for bedømmelse

http:/​​/​​hum.ku.dk/​​uddannelser/​​aktuelle_studieordninger/​​tysk/​​

  • Kategori
  • Timer
  • Forelæsninger
  • 28
  • Forberedelse
  • 381,5
  • I alt
  • 409,5