HTYK0375FU  German - Free topic 3: Kulturgeschichte

Volume 2017/2018
Content

Transnationale Beziehungen im Alternativmilieu zwischen Deutschland und Dänemark 1968-1985

 

Während bei den deutsch-dänischen Beziehungen zumeist der Einfluss des großen Nachbarn auf den kleinen im Mittelpunkt des Interesses steht, soll in diesem Seminar exemplarisch untersucht werden, wie Elemente der dänischen Kultur in Deutschland aufgenommen wurden. Es fällt auf, dass zwischen den 1960er und 1980er Jahren zahlreiche dänische Initiativen in der Bundesrepublik Deutschland als Vorbild genommen wurden, insbesondere im Alternativmilieu, das der westdeutschen Industriegesellschaft und ihrer politischen Kultur skeptisch gegenüberstand. Demgegenüber hatte das kleine Dänemark den Ruf, eine Oase der Demokratie und Toleranz zu sein. Nicht nur Homosexuelle blickten hoffnungsvoll gen Norden. Deutsche Jugendliche trampten nach Kopenhagen, Tvind oder Roskilde, um die Alternativkultur zu erleben, manche siedelten sich in Christiania an, westdeutsche Pädagogen und Städteplaner nahmen sich an „skrammel-„ oder byggelegepladser“ ein Vorbild und etablierten in der Bundesrepublik den „Abenteuerspielplatz“ als Ort kindgerechten Spielens. Einzelne Akademiker, die in der BRD ein „Berufsverbot“ bekommen hatten, blieben für lange Zeit in Dänemark. Wir wollen erforschen, was Dänemark in den Augen westdeutscher „Alternativer“ so interessant machte und was dies über Selbstwahrnehmungen und wechselseitige Stereotypen aussagt.

Basisliteratur: Sven Reichardt/Detlef Siegfried, Das alternative Milieu. Antibürgerlicher Lebensstil und linke Politik in der Bundesrepublik Deutschland und Europa 1968-1983, Göttingen: Wallstein Verlag 2010.

Credit
7,5 ECTS
Type of assessment
Other
Criteria for exam assesment
  • Category
  • Hours
  • Preparation
  • 176,75
  • Lectures
  • 28
  • Total
  • 204,75